"Kijuba" (Kinder- und Jugendlichen-Begleit-Angebot):

Unterstützung für erkrankte Kinder und Jugendliche und/oder solche, deren Elternteil an Krebs erkrankt oder verstorben ist

Bericht des NDR über "Kijuba" vom 26.01.2010

Ein besonderes Anliegen ist uns die Begleitung von erkrankten Kindern oder solche, mit krebserkrankten Eltern. Die Arbeit mit den Kindern eines an krebserkrankten Elternteils hat einen doppelten Effekt: Nicht nur die Kinder selbst erleben die für sie nötige Unterstützung, auch die Eltern, bes. der erkrankte Elternteil (meist die Mutter) wissen ihre Kinder aufgefangen. Sie werden darüber von dem immer auch vorhandenen nagenden Schuldgefühl, ihrem Kind die Krankheit „an zu tun“ ein wenig entlastet wie auch von der Belastung das Kind an der Situation leiden zu sehen.

Das Kind bekommt in der spieltherapeutischen Unterstützung eine Möglichkeit, die es ängstigenden und häufig diffusen Eindrücke und Situationen anzusprechen, nach zu spielen und sie auf diese Weise kontrollierbar zu machen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass es in der Therapeutin einen stabilen unbelasteten Erwachsenen hat. Anders als in der durch Krankheit belasteten Familie mag das Kind diesem auch heftige Gefühlsausbrüche (Wut auf familiäre Situation) zumuten und seine kindlichen Bedürfnisse nach Lebendigkeit und Lebensfreude (und damit verbundenem Toben und Lautstärke). Diese Erfahrung stärkt das Kind in seinem Selbstbewusstsein, begrenzt die Phantasie, die Erkrankung verursacht zu haben und macht es fähig, zu Hause auch die erforderliche Rücksicht nehmen zu können.

Neben der einzeltherapeutischen Arbeit bieten wir Freizeitaktionen (mit und ohne Eltern) an. Hier machen die Kinder - neben unbeschwerten Stunden – die Erfahrung, dass es auch andere Kinder gibt, denen es so geht wie ihnen. Solche Aktionen sind ein Besuch im Zoo, ein Nachtwächtergang, das Abschiedsspiel von Joe Enochs. In Kooperation mit dem Jugendhilfeträger Outlaw bieten wir in den Sommerferien altersspezifisch zwei dreitägige Camps an.

Ergänzt wird die Unterstützung im Kinder- und Jugendbereich durch Aktivitäten wie die Begleitung einer Schulklasse, deren Mitschülerin erkrankt und verstorben ist; der Supervision von Erzieherinnen, die ein betroffenes Kind in ihrer Gruppe haben. Auch dies Angebot wird intensiv genutzt.

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