Als eine von bundesweit 28 Beratungsstellen wurde die Psychosoziale Krebsberatungsstelle in das Förderprogramm der Deutschen Krebshilfe e.V. aufgenommen. Damit wurde sie zu einer sogenannten Kompetenzberatungsstelle. Zusammen mit den anderen geförderten Krebsberatungsstellen wird sie an einem bundesweit flächendecken Konzept psychosozialer Krebsberatung mitarbeiten. Ziel ist eine verbesserte Versorgung krebserkrankter Menschen und ihrer Angehörigen.
Die Osnabrücker Krebsstiftung hatte sich bei der bundesweiten Ausschreibung der Deutschen Krebshilfe beworben und die Bewilligungszusage des Antrags bekommen. Der Titel des bewilligten Projektes lautet „Präventionsarbeit in der Krebsberatung: Psychische Gesundheit als ein Ziel der psychoonkologischen Versorgung“.
Eine Krebserkrankung wirft die Betroffenen aus der gewohnten Bahn. Der Körper ist krank und da Körper und Seele untrennbar verbunden sind, wird auch die Psyche stark beansprucht. Gefordert ist innerhalb einer relativ kurzen Zeit eine enorme Anpassungsleistung. Nicht selten führen die Diagnose, die Behandlung und die daraus folgenden Nebenwirkungen zu einem Grad an Belastung, der nicht mehr gut alleine bewältigt werden kann.
In einer solchen Situation bietet die Krebsberatungsstelle die Möglichkeit der Begleitung. In Einzel-, Paar- oder Familiengesprächen wird individuell geschaut, was für eine Form der Unterstützung hilfreich und gewünscht ist. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den mitbetroffenen Kindern, die bei einer Erkrankung eines Elternteils häufig aus dem Blick verloren werden. Die Not dieser Kinder ist oft eher still. Sie versuchen, so gut es geht zu funktionieren, um die Eltern nicht noch mehr zu belasten und sind damit nicht selten überfordert. Dipl. Psychologin Annette Finke: „Unser Anliegen ist es, die Handlungskompetenz der Ratsuchenden zu unterstützen. Es geht darum, dass zu fördern und zu vermehren, was die Einzelnen bei sich als gesund und gut erleben.“
Die Förderung durch die Deutsche Krebsstelle ist ein Baustein, um das Fortbestehen der Beratungsstelle zu unterstützen. Ein dreißigjähriges Bestehen (im Jahr 2013) würde es sonst vielleicht nicht geben. „Entscheidend ist, dass die bisherigen öffentlichen Zuschußgeber, Sponsoren und die vielen Einzelspender sich weiterhin verbunden fühlen und uns unterstützen. Über 200.000 Euro müssen weiterhin jährlich an Spenden eingeworben werden, das ist eine imposante Summe“ so der Vorstandsvorsitzende Dieter Keese, der seit fast zehn Jahren die Arbeit in der Stiftung ehrenamtlich und engagiert unterstützt.